Datenschutzeinstellungen­čś▓Mein erstes Treffen mit The Lean Startup
­čś▓Mein erstes Treffen mit The Lean Startup

­čś▓Mein erstes Treffen mit The Lean Startup

Ich habe The Lean Startup kennengelernt, als ich im Projektmanagement Fragen hatte, warum Projekte erfolgreich sind und andere nicht.

Stefan Harms

TLDR; Mit der build-measure-learn-Methode aus The Lean Startup wird ein erfolgreiches Projekt analysiert und erkl├Ąrt, warum dieser Erfolg nicht auf Folgeprojekte ├╝bertragbar war.

Wie bin ich eigentlich zu den Themen Innovation, New Work und agile Organisationen gekommen?

In meinen Projekten stellte sich 2012 die Frage, was ist eigentlich ein erfolgreiches Projekt. Und weiter: was unterscheidet ein erfolgreiches Projekt von einem nicht erfolgreichen Projekt.

Wir hatten ein hartes Projekt kurz vor dem Abschluss, wir hatten viel gelernt und auch Neuland betreten. Jetzt wollten wir den Erfolg auch auf die Nachfolgeprojekte ├╝bertragen. Und so die Erfolgswelle einfach weiter reiten. Das hat nur zum Teil so funktioniert. Wir haben drei Nachfolgeprojekte gleichzeitig gestartet: ein erste Projekt lief richtig gut, das zweite noch ganz in Ordnung und das dritte lief ganz katastrophal: warum?

Alle Projektleiter hatten im alten, erfolgreichen Projekt mitgearbeitet. Die Prozesse waren gleich und die Produkte vergleichbar. Daran konnte es nicht liegen.

The Lean Startup in a very small nutshell

Seit 2010 arbeitete Eric Ries als Berater f├╝r Startups und dokumentierte das in seinem Blog startup-lessons-learned. Seine Erfahrungen und seine Lessons Learned ver├Âffentlichte er dann 2011 in seinem Buch "The Lean Startup*". Darin legte er seinen neuen Ideen dar und startete nebenbei die "The Lean Startup"-Bewegung, die auch noch nach zehn Jahren sehr aktiv ist und immer noch gro├čen Einfluss auf die Startup-Bewegung hat.

Der wichtigste Punkt ist das Modell des "Build-Measure-Learn"-Zyklus, den Eric sich aus der wissenschaftlichen Methode entlehnt hat. Er beschreibt wie als Startup in einer fr├╝hen Phase arbeiten sollte.

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Helena und Pierre haben eine Gesch├Ąftsidee: Valet CarWash. Sie holen die Fahrzeuge beim Besitzer, fahren zur Autow├Ąsche und waschen die Fahrzeuge und liefern sie wieder beim Besitzer ab. Bevor sie Geld investieren, wollen Sie pr├╝fen, ob die Idee funktionieren k├Ânnte. Ihre Hypothese ist "Autobesitzer wollen lieber Zeit sparen, als sich bei der Waschanlage anzustellen." Um die Hypothese zu ├╝berpr├╝fen, denken Sie sich folgendes Experiment aus: sie verteilen Rabatt-Flyer an der Autowaschanlage f├╝r ihre Dienstleistung an einem sonnigen Samstag. (build) Anhand der Kundenr├╝ckmeldung erfahren Sie, wie hoch die Bereitschaft ist, dass Kunden ihre Dienstleistung nutzen. (measure) Damit sie sich nicht selbst bel├╝gen, setzen sie sich das Kriterium, das 30% der potentiellen Kunden, das Angebot annehmen. Wenn Sie darunter liegen, m├╝ssen Sie ihre Idee anpassen, wenn sie dar├╝ber liegen, dann k├Ânnen Sie weiter machen. (learn)

Das Ziel ist validierte Informationen ├╝ber den Kunden. Dies ist die W├Ąhrung von Lean Startup.

The Lean Startup als Methode im Projektmanagement

Zur├╝ck zu meinen Projekten aus dem ersten Teil und analysieren wir die vier Projekte noch einmal genauer und betrachten sie mit einer "Lean-Startup-Brille". Wir haben gelernt, dass das bessere Verstehen des Kunden ein Projekt weiterbringt.

Im erfolgreichen Muster-Projekt haben wir als Team zusammen herausgefunden, wie unser Projekt funktioniert. Die Ingenieure hat sich um die Entwicklung der Regelalgorithmen gek├╝mmert und wir haben iterativ die Algorithmen in Software ├╝bersetzt.

Unser erster Versuch bestand aus manueller Arbeit: ein Mensch braucht circa zehn Tage und dann ist die Software so gut es eben in der Zeit geht fertig. Damit konnten wir die ersten Durchl├Ąufe bedienen. Eric Ries h├Ątte dazu gesagt, dass wir die Hypothese "unsere Ingenieure wollen den Job Software erstellen einkaufen" best├Ątigt haben. Das Experiment war: ein Software-Ingenieur ├╝bersetzt manuell die Algorithmen in Software. Unser Kriterium war die Akzeptanz der Kunden und die Fehlerrate.

Den im n├Ąchsten Schritt mussten wir mit den unvermeidbaren Fehlern, die Menschen machen umgehen. Denn die Akzeptanz f├╝r Fehler ist gesunken, so dass einfache Fehler gro├če Eskalationen nach sich zogen.

Im Startup-Sprech haben wir ein Pivot durchgef├╝hrt, unser Gesch├Ąftsmodell hat sich von manueller zur automatischer Erstellung der Software gedreht. Und damit auch die Hypothese angepasst, dass unsere Kunden auch in begrenztem Umfang Aufgaben selbst ├╝bernehmen, damit die Software-Erstellung automatisiert werden kann und damit schneller wird. Das Experiment war ein Prototyp, der die Vorbereitung schon vorsah und der dann automatisiert die Software erstellt. Als Kriterium wurden die niedrigere (und konsistentere) Fehlerrate und die Dauer der Softwareerstellung genutzt.

Diese Zyklen sind nicht alle, die wir durchlaufen haben, nur die positiven Beispiel. Wir haben Hypothesen nicht best├Ątigt und im fehlenden methodischen Wissens haben wir falsch reagiert und entgegen des Wissensgewinns auf unserer Annahme beharrt. Im R├╝ckblick auf das Projekt ist es erfolgreich, weil wir wenig vorgefertigte Annahmen hatten und uns an die Maxime gehalten haben: "probier was aus, wenn es funktioniert, bleib dabei". Der Fortschritt im Projekt hat sich mit jedem Durchlauf der build-measure-learn-Zyklus gefestigt und beschleunigt. Und ein Projekt ist dann erfolgreich, wenn es Ergebnisse produziert und das haben wir gemacht.

Learnings im Projekt

Damit kann ich die erste Frage beantworten

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Was macht ein Projekt erfolgreich? Ein erfolgreiches Projekt erzeugt stetig mehr Verst├Ąndnis, wie der Kunde das Ergebnis einsetzen will und wie man am das Ergebnis erreicht (und h├Ąlt sich auch daran).

Und die Antwort auf die zweite Frage ergibt sich daraus ganz nat├╝rlich. Unsere Annahme, dass man Projekterfolg kopieren kann, ist falsch. Denn wir haben uns nicht an den Kunden und deren gewollten Ergebnissen "entlanggehangelt", sondern unser Verst├Ąndnis vorausgesetzt. Je nachdem wie ├Ąhnlich das Verst├Ąndnis der Kunden und unser Verst├Ąndnis, desto besser kann es funktionieren. Aber das gemeinsame Hiniterieren auf eine L├Âsung eines Problem fand nicht statt.

* Affiliatelink / Werbelink

Photo by Andre A. Xavier on Unsplash